Museales, original zusammengehöriges Ensemble aus Meissen Koppchen (ohne Henkel) und Unterschale, ca. 1740–1755
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Museales Meissener Ensemble (1. Wahl, ca. 1740–1755)
Dieses Meissener Ensemble in 1. Wahl zeigt vom Koppchen bis zur Unterschale unter Durchlicht die vollständige Handschaffung des 18. Jahrhunderts: lebendige Wandungsunregelmäßigkeiten, feinste mineralische Partikel, mikroskopische Bläschen sowie die charakteristischen „Mondkrater“ der historischen Glasur. Gerade diese Summe der kleinen, authentischen „Unvollkommenheiten“ bildet in der Welt der Alt-Meissen das höchste Qualitätsmerkmal – ein vollkommenes, absolut „auf Tür“ stehendes Original. Ein nahezu 280 Jahre altes, makelloses Meisterwerk aus der akademischen Periode Meissens – ein wahrhaftes, unverfälschtes Kulturerbe.
Koppchen (ohne Henkel) und Unterschale – Form & Epoche
Diese henkellose Gefäßform war vor allem in der frühen bis mittleren Phase des 18. Jahrhunderts (ca. 1730–1760) verbreitet. Europa begann in dieser Zeit Tee aus China und Japan zu importieren und übernahm die Form der traditionellen chinesischen Teeschale. Erst später setzte sich der Henkel durch, um die Hitze besser zu isolieren.
Entstehungszeit: ca. 1740–1755 (etwa 270–285 Jahre alt) Künstlerische Ausrichtung: 1. Wahl; fein polierte Oberfläche; naturalistische Blumenmalerei (Deutsche Blumen) in pastoser Hochrelief-Emailtechnik; frühe Farbformeln mit mineralischen und goldhaltigen Kristallpartikeln. Historische Bedeutung: Ein repräsentatives Werk der glanzvollen Phase vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756).
Physische Handschrift der alten Werkstatt – Durchlichtanalyse
Koppchen
Unter Durchlicht zeigt das Koppchen eine eindeutig ungleichmäßige Wandungsstärke mit dem charakteristischen, dunkleren Schattenring im Übergang zum Standring – ein unverkennbarer Beweis für die reine Handdrehung des 18. Jahrhunderts. Die bewusst verstärkte Wandung an den tragenden Übergängen und die unregelmäßige Lichtdurchlässigkeit dokumentieren die physische Handschrift der alten Werkstatt.
Unterschale
Unter starker Beleuchtung offenbart die Unterschale die typische „Mondlandschaft“ der historischen Holzfeuerung: feinste mikroskopische Nadelstiche, winzige Bläschen und Krater, entstanden durch mineralische Partikel des frühzeitlichen Kaolins und das Aufbrechen von Mikroblasen im 1400‑Grad‑Brand. Diese körnige Oberfläche und die tief blindgepresste Formernummer „52“ bilden den unbestechlichen Beweis echter Handarbeit des 18. Jahrhunderts.
Schwertermarke
Auch die unterglasurblaue Schwertermarke reagiert im Durchlicht mit authentischem Kobaltblau‑Bleeding und sichtbar ungleichmäßigen Linien – ein Ergebnis des freien Pinselstrichs mit natürlichem Kobalterz, wie er nur in der klassischen Meissener Epoche verwendet wurde.
Malerei – Deutsche Blumen (1740–1760)
Werkzeugspuren (Tool Marks)
In den Blättern sind feinste, mit der Nadel eingravierte Linien und kreuzschraffierte Schatten sichtbar – typische Werkzeugspuren, mit denen der Maler die natürliche Textur von Blattadern im noch feuchten Email nachbildete.
Holzschnitt-Charakter der Malerei
Die grün gefassten Partien zeigen den charakteristischen „Holzschnitt‑Charakter“ der Meissener Malerei: erst dunkle Blattadern und Konturen, danach halbtransparente Grüntöne, deren ungleichmäßige Stärke und Randaufdickungen die reine Handarbeit verraten.
Hochrelief-Emailtechnik
Die blaue Vergissmeinnicht‑Zone demonstriert die voll ausgeprägte Hochrelief‑Emailtechnik der klassischen Deutschen Blumen: erhabene Farbschichten, sichtbare Pinselansätze, pastose Aufwerfungen. Die extrem feinen, dunkel gefassten Konturen („Eisenlinien‑Dekor“) zeigen minimale Versätze – ein unverkennbares Zeichen des freien, atmenden Pinselstrichs der Meissener Werkstattkunst um 1740–1755.
Marken & Provenienz-Codes
Manufakturmarken
Beide Stücke tragen die unterglasurblaue Kreuzschwertermarke der klassischen Epoche. Leichte Unterschiede in Proportion und Pinselführung sind vollkommen zeittypisch. Das authentische Kobaltblau‑Bleeding bestätigt die originale Feuerung des 18. Jahrhunderts.
Formen- und Handwerkerzeichen
Unterschale: tief blindgepresste Formernummer „52“. Koppchen: frei geritztes Handwerkerzeichen „YY“ im Standring.
Zustand & Bewertung
Dieses Ensemble befindet sich in einem außergewöhnlich hervorragenden, absolut sammelwürdigen Erhaltungszustand. Keine Restaurierungen, keine Haarrisse, keine nennenswerten Bestoßungen. Der minimale Abrieb im Spiegel der Unterschale ist ein authentisches Gebrauchsspurzeugnis.
Ein unberührtes, zweifelsfrei originales Set aus der glanzvollsten Phase der europäischen Porzellankunst.
Authentizitätsmerkmale – Zusammenfassung
- Handgemalte Schwerter mit natürlichen Variationen
- Blindgepresste „52“ zeitlich exakt passend
- Ausschluss der Punkt-Schwerter-Periode nach 1763
- Höhepunkt der Meissener Naturblumenmalerei
- Vollständige physische Handschrift der alten Werkstatt
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Lieferumfang:
- 1 Koppchen
- 1 Unterschale
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